Sonntag, 2. November 2008

Seems it Never Snows in Southern Manitoba....

Wenn ich an diesem Sonntag Mittag aus dem Fenster auf die Straße blicke, sehe ich kahle Bäume, deren Äste sanft im Präriewind schwingen, während die strahlende Präriesonne ihre letzte Energie auf den nordamerikanischen Kontinent schickt. Wenn ich gleichzeitig an das denke, was mein Vater bei unserem letzten Telefonat sagte, nämlich dass es zuhause in der schönen Westpfalz sogar schon schneite, dann wundere ich mich noch mehr.

Natürlich wird der Winter hier auch noch kommen und natürlich wird er viel schlimmer sein als in Deutschland, viel kälter und viel länger. Aber bisher ist es wirklich noch immer frühherbstlich warm und sogar meine kanadischen Bekannten wundern sich, dass der Herbst in diesem Jahr länger als zwei Wochen dauerte.

So richtig in der Stimmung für den Wintermantelkauf war ich also bisher nicht und vielleicht habe ich auch nur deswegen dann doch ganz plötzlich einen gehabt. Kurz vor Halloween ging ich mit meiner Mitbewohnerin in einen Secondhandladen, in dem sie nach einem neuen Kostüm für sich schauen wollte. Und ganz unerwartet und direkt neben dem Eingang fand ich dieses hübsche Stück:

Der Mantel ist wollig, aber nicht zu dick, innen abgesteppt, lässt also den Wind nicht durch und sieht so ganz anders aus als all die Mäntel und Jacken, die ich mir sonst immer kaufe. Er hat weder Löcher noch ist er schmutzig und das beste ist, dass ich nur 40 Dollar bezahlt habe (statt der 200 Dollar, auf die ich mich eingestellt habe). Ich werde ihn nächste Woche zum Drycleaning bringen, damit der Geruch nach altem Kleiderschrank aus den Fasern ist und mich dann auf den Winter freuen.
Eine weitere tolle Sache ist, dass mir die Uni 300 Dollar schuldet, weil sie mich am Anfang Studiengebühren haben zahlen lassen, die dann doch im Rahmen des Austauschs nachträglich übernommen wurden. Sobald ich das Geld habe, gehe ich Stiefel kaufen!

A propos Halloween:

Am 31. Oktober hatten wir abends eine kleine Party in der WG und bis auf eine Person kamen auch alle verkleidet. Es gab natürlich viel zu viele Süßigkeiten wie z.B. diese Cupcakes mit Kürbiscreme-Icing und Schokofledermäusen, dazu ne Menge Alkohol und Musik aus den 80ern.

Originellerweise war ich als Hexe verkleidet (ganz rechts). Neben mir meine Mitbewohnerin und daneben eine andere deutsche Auswanderin, die einige von euch vll von Kabel Eins kennen (dort wurde ihre Auswanderung nämlich mitgefilmt):
Achja: Trick or Treat Kinder gabs natürlich auch ein paar, wobei bei uns in der Nachbarschaft nicht so viele Familien leben, sondern hauptsächlich Studenten und andere Drogensüchtige. (Kleiner Scherz...)

Die Halloween Deko ist jedenfalls abgehängt und typisch deutsch haben Ela und ich unserer dritten Mitbewohnerin verboten, bereits jetzt die Weihnachtsdeko aufzuhängen. Sie muss also bis Dezember warten.

In aller Schnelle hier noch ein paar letzte Impressionen von den Backlanes in Winnipeg. Das sind nicht verzeichnete Straßen, die parallel zu den übrigen Straßen verlaufen. Garagenausfahrten gehen üblicherweise auf die Backlanes hinaus. Ich würde nachts nicht dort alleine herumlaufen, aber tagsüber kann man lange Strecken abkürzen, wenn man sich ein bisschen auskennt:






1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

cupcakes will ich auch schon seit wochen mal ausprobieren (aber eher mit bananen/erdbeer/whatever-frosting) - man ich freu mich so wenn die blöde prüfung rum ist.

gruß & kuss!