Sonntag, 22. Februar 2009

Quickie zur Oscar-Nacht

Liebe Filmfreunde!

Obwohl ich (natürlich) nicht in den USA, sondern im schönen Kanada weile, kam ich hier in den Genuß überdurchschnittlich vieler und vor allem spottbilliger Kinos. Zum Vergleich: Was bei uns in einem großen Kino in Deutschland zwischen 7 und 9 Euro kostet, bekommt man hier für manchmal schlappe 5 - 7 Dollar (umgerechnet also etwa 3-5 Euro) hinterhergeworfen. Und da man bei arktischen Wintertemperaturen ganz gerne auch mal dreimal in der Woche im Kino landet, habe ich, wie ich neulich feststellte, unglaublich viele der für einen Oscar nominierten Filme gesehen.
Ich weiß nicht, welche dieser Filme schon laufen, bzw. noch anlaufen, bzw. irgendwann mal in eurer Nähe laufen werden, aber ich werde euch trotzdem im Folgenden eine kleine Zusammenstellung auflisten, die ich persönlich einigermaßen sehenswert finde.
  • The Reader / Der Vorleser: Ich mochte das Buch eigentlich ganz gerne und fand den Film auch nicht schlecht. Zumal David Kross (ein Deutscher), der den jungen Michael spielt, mehr oder weniger durch Zufall beim Film landete. Einziger Kritikpunkt am Film: ich sah ihn im Original und war ein wenig entsetzt über die Sprache: es spielen mehr Deutsche als Briten in diesem Film mit, allerdings hat man auch den britischen Schauspielern wohl auferlegt, mit einem deutlich deutschen Akzent englisch zu sprechen. Als ich mir den deutschen Trailer ansah, bemerkte ich, dass sich einige deutsche Schauspieler nicht selbst synchronisieren, was mich auch ein wenig verwunderte. Aber vielleicht ist The Reader einer der wenigen Filme, in denen die Synchro nciht den kompletten Film zerstört.
  • The Curious Case of Benjamin Button / Der seltsame Fall des B.B.: Ein wirklich sehenswerter und liebevoll gemachter Film mit einem wirklich tollen Brad Pitt. Eine wunderbare Geschichte und vor allem im Original ein wirklich witziger Südstaatendialekt, der auch von Brad Pitt gesprochen wird.
  • Doubt / Glaubensfragen: Dieser Film mit Philip Seymour Hoffman und Meryl Streep ist ursprünglich ein Theaterstück. Das Stück wurde letzten Herbst/Winter in Winnipeg sogar aufgeführt, war aber so schweineteuer, dass ich es mir leider nicht angesehen habe. Dafür gefiel mir der Film dann wirklich richtig, richtig gut. Er ist frei von Gewalt- und Sexszenen und wirkt durch die Farben, die Kameraeinstellung, das Set und vor allem durch großartige Darsteller!
  • Entre les murs / Die Klasse: Dieser frz. Film geht wohl in der internationalen Kategorie ins Rennen. Ich sah ihn auf dem frz. Filmfestival der Frankokanadischen Community hier in Winnipeg. Der Lehrer ist auch gleichzeitig der Autor des Buches, das hier verfilmt wurde und spielt sich auch noch selbst. Die Kids sind "authentische" Banlieue-Kinder aus Paris und machen den Film zu einem lustigen und gleichzeitig sehr nachdenklich stimmenden Film.
  • The Wrestler: Obwohl stellenweise wirklich brutal, gefiel mir der Film ganz gut. Mickey Rourke und Marisa Tomei spielen klasse und obwohl der Film mit einer gehörigen Portion Pathos daherkommt, gefiel mir einfach die pseudo-billige Machart (Kameraführung usw.), die viel von dem Verlust widerspiegelte, die der Wrestler mitgemacht hat.
  • Milk: Diesen Film sah ich im Dezember in Vancouver und war völlig begeistert. Klar ist auch hier dieser typische Bombast amerikanischer "Polit"-Filme zu spüren, aber Sean Penn und seine Co-Darsteller überzeugen durch und durch als schwule Truppe (und in diesem Zusammenhang ganz besonders Diego Luna). Und für alle Mädels: Eye-Candy-Alarm!!! James Franco und so.... ihr versteht? :D
  • Changeling: Wie dieser Film auf deutsch heißt, weiß ich leider nicht... Vielleicht lassen sie den Titel so. Angelina Jolie spielt hier die Mutter eines entführten Jungen in L.A. Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit und ist verstörend brutal, aber dann auch wieder verdammt gut verfilmt worden. Achtung: der Film dauert recht lang und wenn ich brutal sage, dann meine ich auch brutal. Die Art der gezeigten Gewalt ist wirklich nichts für schwache Nerven, vor allem, weil sie wohl auch so stattgefunden hat.
  • Revolutionary Road: Noch ein Film mit Kate Winslet, diesmal wieder an Leo DiCaprios Seite. Die beiden schreien im Grunde den halben Film durch nur rum, aber nur dadurch scheint der Film auch zu leben. Ich könnte mir vorstellen, dass die Umgebung der beiden so dahergedümpelt kommt, gerade damit sich nichts anderes in den Vordergrund schiebt und die Bühne frei ist für den Psychoterror eines jungen (un?)abhängigen Ehepaares. Ein langsamer Film über zerfetzte Träume in einer Vorstadt. Beileibe nicht der beste Film den ich je sah, aber auch nicht schlecht.
So. Ich war wirklich oft im Kino, muss ich sagen! :D
Vielleicht habt ihr ja Glück und könnt den ein oder anderen Streifen ansehen. Ich kann natürlich nur für die Originalversionen sprechen und gebe keinerlei Garantie für Enttäuschungen, die durch die - meines Erachtens immer schlechte - Synchronisation hervorgerufen werden.
Und für alle diejenigen, die sich die komplette Oscar-Nacht wirklich live reinziehen: weiterhin viel Spaß!!!!

3 Kommentare:

Hannah-Joe hat gesagt…

Boah, ich bin neidisch. Will auch so oft ins Kino... :D
Aber in Japan beim jetzigen Kurs kostet ein normaler Besuch etwa 19 Kanadische Dollar bzw 12 Euro...!
Bezüglich der Oscars habe ich nur gehört, dass Heath Ledger einen "posthum" bekommen hat für The Dark Knight. Der war aber auch echt gut! (Hab ihn auf Leih-DVD gesehen :))
Viel Spaß und Erfolg weiterhin!!
LG aus Osaka, Johanna

Anonym hat gesagt…

Schätzelein, das kalte Wetter hat dich zu nem Kinokenner gemacht! Kennen dich die Angestellte schon mit Namen ;-)? Aber cool, ich will auch so oft ins Kino. In England: 7 Pfund aufwärts ! Falls du noch die Chance hast Slumdog Millionaire zu gucken: Nutze sie! Echt cooler Film. E-mail, is in deinem Postfach ! xoxo gossip girl

Anonym hat gesagt…

heisst es eigentlich nicht quickie in der oscar-nacht????

*ggg*

bis bald und viele grü?e aus dem langweiligen deutschland

gru? AnDi